Therapeutisches Reiten

Das Therapeutische Reiten soll einen Beitrag zur Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft leisten. Die Wärme und Bewegung des Pferdes stellt für behinderte Menschen nicht nur eine Form der Therapie, sondern auch eine Form des Aufbaus von sozialem Kontakt dar, was für viele behinderte Menschen sonst nur schwer möglich ist.

Therapeutisches Reiten gliedert sich in vier verschiedene Sparten:

Integratives Reiten:
Hier steht die reitsportliche Aktivität des behinderten Menschen im Vordergrund. Behindertenreiten eignet sich für Körper- Geistes- und Sinnesbehinderte. Durchgeführt wird es von Reitlehrer/innen mit Zusatzausbildung zum „Lehrwart für Integratives Reiten“.

Heilpädagogische und therapeutische Förderung mit dem Pferd - HTFP:
Unter diesem Begriff werden pädagogische, psychologische, psychotherapeutische, rehabilitative und soziointegrative Angebote mit Hilfe des Pferdes bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit verschiedenen Behinderungen oder Störungen zusammengefasst. Dabei steht die individuelle Förderung über das Medium Pferd im Vordergrund, d.h. vor allem eine günstige Beeinflussung der Entwicklung, des Befindens und des Verhaltens. Im Umgang mit dem Pferd und beim Voltigieren/Reiten wird der Mensch ganzheitlich gefördert: körperlich, emotional, geistig und sozial.
Das Pferd ist quasi als "Co-Therapeut" zu sehen, weil es jeden so annimmt, wie er ist; es wertet nicht und ist frei von Vorurteilen, reagiert aber sehr wohl artgerecht und spontan auf gute oder schlechte Behandlung und setzt somit natürliche Grenzen. Verhaltenskorrekturen können somit in der Dreiecksbeziehung Pferd - Mensch -Pädagoge am speziell ausgebildeten Therapiepferd orientiert werden.

Hippotherapie:
Unter Hippotherapie versteht man eine spezielle physiotherapeutische Maßnahme, die bei behinderten und kranken Personen das Pferd und dessen dreidimensionale Rückenbewegung unter medizinischen Gesichtspunkten einsetzt. Dabei wird der Mensch durch ganzheitliche Förderung körperlich, emotional, geistig und sozial angesprochen. Diese neurophysiologische Behandlung muß ärztlich verordnet, für den Patienten individuell dosiert und dem Therapieplan entsprechend aufgebaut sein. Durchgeführt wird diese Therapie von einer dipl. Physiotherapeutin mit Zusatzausbildung in der Hippotherapie.

Ergotherapie mit dem Pferd:
In der Ergotherapie mit Pferd wird das Pferd als therapeutisches Mittel zur Verfolgung ergotherapeutischer Ziele eingesetzt. Es werden aber auch das Umfeld des Pferdes, wie Stall, Futterkammer oder Putzplatz und die soziointegrativen Aspekte genutzt. So können Futterzubereitung, Stallarbeit oder Überführung ins sportliche Reiten Inhalte der Therapie sein.
Der Ergotherapeutische Schwerpunkt liegt in der Verbesserung der Eigen - und Fremdwahrnehmung, der Selbständigkeit, Handlungsplanung und Handlungsfähigkeit sowie der Eigenaktivität und Selbstverantwortung.
Die Zielgruppen sind Menschen mit Erkrankungen des ZNS (SHT, Apoplex, Zerebralparesen, HOPS, Z.n. Hypoxie, Hirntumore, MCD, SI Störungen, Teilleistungsstörungen, zentrale Verarbeitungsstörungen, frühkindliche Hirnfunktions-störungen, ADS, zerebrale Bewegungsstörungen; Menschen mit Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems (traumatische Schädigungen, Amputationen, angeborene Fehlbildungen, Muskeldystrophien, Myopathien……);
Menschen mit psychische Störungen (ADS, Hyperaktivität, Sozioemotionale Störungen, depressive Störungen/Angststörungen, Verhaltensstörungen, Störungen des Sozialverhaltens, Ess-Störungen, Suchtkrankheit, Demenz,……)



Referentin: Mag. Christa Heissl